Was ich gerade lese...


files/AstridFritz/Bilder Extras/Lektuere Allende.jpgNach etlichen Jahren habe ich wieder einmal einen Isabell-Allende-Roman gelesen, „Mayas Tagebuch“, und er hat mir, wie fast alle Allende-Bücher gut gefallen. Ich mag den flüssigen, anschaulichen Schreibstil und auch die Themen ihrer Romane. Hauptfigur ist die zu Anfang 19 jährige Maya, Tochter eines chilenischen Langstreckenpiloten, der sich immer mehr um die Frauenwelt als um sein einziges Kind gekümmert hat, und einer Schwedin, die in ihr Heimatland zurückgekehrt ist und von ihrer Tochter nichts wissen will.

Der Roman beginnt mit Mayas Flucht vor dem FBI auf die Insel Chiloé, einer abgelegenen Gegend in Chiles Süden. Erst nach und nach (in spannenden Rückblicken) erfährt man die Gründe für ihr Abtauchen: Als Scheidungskind ist Maya bei ihren Großeltern in Kalifornien aufgewachsen, doch als während der Pubertät ihr über alles geliebter Opa stirbt, verliert sie den Boden unter den Füßen, haut von zu Hause ab und gerät in Las Vegas immer tiefer in den dortige Drogensumpf mitsamt Prostitutionserfahrungen. Mit dem einfachen und archaischen Leben auf Chiloè, den Inselbewohnern und nicht zuletzt an der Seite des skurrilen alten Kauzes Manuel, einem Freund ihrer chilenischen Großmutter, findet sie ihre Lebensfreude wieder.

Für jemanden, der wie ich drei Jahre in Chile gelebt hat und auch die Insel Chiloé kennt, erst recht toll zu lesen, und quasi nebenher wird auch noch die Geschichte der chilenischen Diktatur unter Pinochet beleuchtet.

Isabell Allende: Mayas Tagebuch. 445 Seiten.



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